ARCHIV: 12.JG, AUSG. 5/06, Oktober 2006

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Schwerpunkt:
"Sucht und psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft"

 Schwangerschaft und psychische Erkrankungen

Evelyn Gritsch stellt die wichtigsten psychischen Erkrankungen in der Schwangerschaft vor und hat in diesem Zusammenhang auch ein Gespräch mit Dr. Claudia Reiner-Lawugger geführt.

Die Schwangerschaft ist ein von zahlreichen körperlichen und seelischen Vorgängen geprägtes Lebensereignis. In einer relativ kurzen Zeit ist die Frau mit vielen Veränderungen in zentralen Bereichen ihres Lebens konfrontiert, wie der Übergang vom Frau- zum Muttersein, ein neues Körperbild, eine Umstrukturierung in der Partnerschaft (aus einer Zweier- wird eine Dreierbeziehung), eine Änderung im Arbeitsleben und oft auch der finanziellen Situation. Um all diese Veränderungen integrieren zu können, muss die Schwangere Anpassungsprozesse leisten. So bedeutet Schwangerschaft nicht nur eine Zeit des freudigen Erwartens, sondern auch eine Zeit voll von Unsicherheiten und Ängsten. Die zahlreichen neuen Anforderungen sowie die körperliche und hormonelle Veränderung führen häufig zu Stimmungsschwankungen in positiver wie in negativer Richtung. All diese Faktoren können das Entstehen einer psychischen Erkrankung begünstigen oder bei Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft psychische Probleme hatten, zu einer Manifestation führen.

Depression

Die Depressive Verstimmung ist die häufigste psychische Erkrankung in der Schwangerschaft. Bei einer Depression handelt es sich nicht um ein vorübergehendes Stimmungstief, sondern um eine Veränderung von Fühlen, Denken und Wollen über einen längeren Zeitraum. Depressive Menschen erleben sich selbst oft unfähig, die  alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Die Betroffenen fühlen sich bedrückt, verzweifelt, ängstlich, ohne dass man diese Stimmung auf ein bestimmtes Ereignis zurückführen könnte. Die Depression kann auch körperliche Beschwerden verursachen und verstärken.
Bei Schwangeren treten Depressionen vor allem im 1. Trimenon (Anpassungsphase in der Schwangerschaft, geprägt von zahlreichen Veränderungen) und im letztem  Trimenon auf. Hier sind es vor allem die Angst vor der Geburt, den Schmerzen und der bevorstehenden Mutterrolle, die zur Entstehung einer depressiven Verstimmung beitragen.

Symptome:
Antriebslosigkeit
Schlafstörungen
Konzentrationsschwäche
Mutlosigkeit
Müdigkeit
Ängstlichkeit
Suizidgedanken
Somatische Beschwerden:
Magenschmerzen,
Schulterschmerzen, Kopfschmerzen.

Behandlung:
Neben der medikamentösen Behandlung, die vor allem aus Antidepressiva und Stimmungsaufhellern besteht, ist auch Psychologische Betreuung,  Psychotherapie,  verschiedene Entspannungs- und Meditationsmethoden zielführend. Bei Früherkennung und effektiver Behandlung ist die Heilungsprognose bei Depression bei 70-80%.


Angsterkrankungen

Angsterkrankungen können sich in der Schwangerschaft bessern, unverändert bleiben, aber auch verschlechtern. Zu den Angstsyndromen zählen u.a. Angstneurosen, Phobien, Panikattacken. Krankhafte Angst ist charakterisiert durch ein Übermaß an Angst im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung und durch die Intensität, mit der sie empfunden wird. Die/der Erkrankte ist in ihrer/seiner Lebensfreude zunehmend eingeschränkt. 80% der Fälle von Panikattacken und Angststörungen entwickeln sich nach einem schwerwiegenden Lebensereignis wie Krankheit, Unfall, Trennung oder plötzlicher Tod eines Angehörigen.

Symptome:
Innere Anspannung
Angstschweißbildung
Beklemmungsgefühl
Schlafstörungen
Herzschmerzen
Schwindel
Atemnot bis hin zur Todesangst.

Behandlung:

Neben der medikatösen Therapie, vorwiegend mit Antidepressiva, sind vor allem psychotherapeutische Maßnahmen, Bewegungs- und körperorientierte sowie Entspannungsverfahren von großer Bedeutung. Unbehandelt besteht eine starke Tendenz zur Dauererkrankung und Ausweitung der Ängste auf alle Lebensbereiche. Plötzliche Heilungen sind selten.


Psychose, Schizophrenie und bipolare Störungen

In der Schwangerschaft kommt es nur sehr selten zu einer Neuerkrankung an einer dieser schweren psychischer Krankheitsformen. Bei der Mehrzahl der Schwangeren, die unter solch einer psychischen Störung leiden, besteht die Erkrankung schon vorher. Durch ein Absetzen der Medikamente zum Beispiel kann sich die Symptomatik des Krankheitsbildes jedoch wieder massiv verstärken.

Psychose
Bei der Psychose leiden die Menschen unter einer grundlegenden Veränderung des Denkens, ihres Antriebs und ihrer Wahrnehmung. Die Verhaltensweisen scheinen  unpassend (lachen über Trauriges usw.), hinzukommen oft Wahnvorstellungen und Halluzinationen (man hört oder sieht Dinge, die nicht real existieren). Oft leiden die Betroffenen unter Verfolgungswahn und fühlen sich von der Umgebung abgelehnt und verfolgt. Die/der Erkrankte hört z.B. Stimmen, die sie/ihn beschimpfen, bedrohen oder Befehle erteilen. Farben und Geräusche werden intensiver wahrgenommen.

Schizophrenie
Während der Begriff ‚Psychose‘ eher den akuten Prozess des Realitätsverlustes meint, dient der Begriff ‚Schizophrenie‘ der allgemeinen Bezeichnung von psychischen Krankheitsverläufen mit psychotischen Episoden. Diese Episoden, auch akute Schizophrenie genannt, können auch für längere Zeit verschwinden. In dieser Zeit ist der Betroffene frei von psychotischen Symptomen.
Behandlung:
Neuroleptika (durch die Fachärztin für Psychiatrie verschrieben) Psychotherapie

Bipolare Störung
Bei dieser psychischen Erkrankung (auch bekannt unter dem Begriff „manisch-depressive Erkrankung“) kommt es zu extremen Aktivitäts-, Antriebs- und Stimmungsschwankungen außerhalb des Normalniveaus in Richtung Depression oder Manie. Die manische Phase ist gekennzeichnet durch überdrehte Stimmung, verstärkten Antrieb und Rastlosigkeit. In der depressiven Phase dominiert ein verminderter Antrieb, die Grundstimmung ist gedrückt. Bei starker Ausprägung können auch psychotische Symptome auftreten, es besteht auch ein erhöhtes Suizidrisiko.
Behandlung:
Neuroleptika und Antidepressiva durch die Fachärztin f. Psychiatrie verschrieben, Psychotherapie



Evelyn Gritsch im Gespräch mit Dr. Claudia Reiner-Lawugger, Leiterin des Departments für perinatale Psychiatrie, Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe am Otto-Wagner-Spital Wien

Wie hoch ist das Risiko, in der Schwangerschaft an einer psychischen Störung zu erkranken?

Das Erkrankungsrisiko ist in den einzelnen Diagnosegruppen unterschiedlich. 10 bis 15 % bei Depressionen, wobei hier auch Anpassungsstörungen mit depressiver Symptomatik dazuzurechnen sind, 1 Promille für Psychosen.

Inwiefern wird eine psychische Erkrankung durch die hormonelle Situation in der Schwangerschaft beeinflusst?

Bei Psychosen wirkt sich die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft positiv aus. Östrogen hat eine psychoseprotektive Wirkung. Deshalb sehen wir in dieser Zeit kaum Psychosen. Durch die rasche Hormonumstellung postpartal ist aber die Phase nach der Geburt umso kritischer und es kommt häufig zu Erkrankungen. Alle Frauen mit einer Psychose in der Vorgeschichte gehören deshalb sicherlich zu einer Risikogruppe.

Was sollte bei einer psychisch kranken Schwangeren in Bezug auf die Gabe von Psychopharmaka berücksichtigt werden? Wie ist der Einfluss dieser Medikamente auf das Kind?

Man muss zwischen Schwangerschaft und Stillzeit unterscheiden. Für die Zeit der Schwangerschaft gelten strengere Regeln als postpartal. Vor allem phasenprophylaktische Medikamente (mood-stabilizer – meistens Antiepileptika) und Tranquilizer haben eine Risikopotential im ersten Trimenon. In letzter Zeit häuft sich die Datenlage von Patientinnen, die während der Schwangerschaft Medikamente erhielten. Für Neuroleptika und Antidepressiva ist die Situation besser, obwohl es auch hier zu Veränderungen kommen kann (pulmonale Hypertonie bei SSRIs). Wichtig ist, dass die Behandlung von FachärztInnen für Psychiatrie durchgeführt wird, die Erfahrung in der Behandlung Schwangerer haben. Es ist nicht sinnvoll, Medikamente auf jeden Fall abzusetzen, da wir bei chronischen Patientinnen eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit haben. Beim Stillen ist das Risiko wesentlich geringer. Wenn eine Frau Medikamente in der Schwangerschaft genommen hat, kann sie auf jeden Fall stillen, außer es gibt Probleme auf Seiten des Kindes (z.B. Frühchen). An Kindern, bei denen wir den Blutspiegel gemessen haben, konnten wir sehen, dass sie nur geringste Spiegelwerte aufgebaut hatten (ca 0,2 ng).

Welche psychischen Auswirkungen kann eine psychische Erkrankung der Mutter auf das Kind haben?

Mütter in psychischen Krisen können oft nicht adäquat auf die Bedürfnisse ihrer Kinder reagieren. Sie sind dabei häufig über- oder unterreguliert, d.h. sie reagieren zu viel oder zu wenig auf das Kind. Beides geht an den Bedürfnissen des Kindes vorbei. Dadurch kann es zur Entwicklung von so genannten „Schreibabys“ kommen. Andererseits gibt es auch depressive Symptome bei den Säuglingen. Diese wirken sich allerdings erst nach einigen Monaten aus. Deshalb ist eine Therapie der Mutter auch immer eine Hilfe für das Kind.

Was ist Ihrer Meinung nach bei psychisch kranken Frauen in Bezug auf die Geburt und der Zeit danach zu beachten?

Psychisch kranke Frauen sollten in der Zeit um die Geburt in einem guten Versorgungsnetz betreut sein. Alle sollten wissen, dass die Frau Medikamente nimmt oder in psychiatrischer Betreuung ist. Gut wäre natürlich auch ein Gespräch zwischen den Berufsgruppen. Je offener und geplanter man mit so einer Situation umgeht, umso leichter der Umgang damit und umso geringer die Angst davor.

Gibt es Faktoren, die ein frühzeitiges Erkennen einer psychischen Erkrankung erleichtern, bzw. würden Sie diesbezügliche Schulungen durch Fachpersonal für sinnvoll halten?

Schulungen halte ich natürlich für sehr sinnvoll. In Wien gibt es bereits seit 2 bis 3 Jahren regelmäßige Fortbildungen zu dem Thema. Das hilft natürlich sehr in der aktuellen Arbeit, da diese Hebammen und Schwestern vermehrt auf Symptome wie Ruhelosigkeit, Schlafstörungen Ängste aufmerksam werden können und die Angst verlieren, die Patientinnen darauf anzusprechen. Im Rahmen des Wochenbettes sind am ehesten Psychosen und dekompensierte Persönlichkeitsstörungen zu beobachten. Die meisten anderen Störungen entwickeln sich erst im Laufe der folgenden Monate.

Kann durch ein frühes Erkennen eine Krisensituation vermieden werden?

Eines der ersten Symptome ist häufig eine Schlafstörung. Oft ist es möglich, durch Regulation des Schlafrhythmus eine Verbesserung der psychischen Befindlichkeit zu erreichen, ohne in eine schwerere Krise zu kommen. Wichtig ist auch immer, psychische Veränderungen anzusprechen, die einem bei Patientinnen auffallen. Patientinnen sind meistens dankbar, wenn jemand merkt, dass es ihnen nicht gut geht. Oft schämen sie sich für ihren Zustand und trauen sich nicht, von selbst darüber zu sprechen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen in der Schwangerschaft und dem Auftreten einer psychischen Erkrankung post partum?

Hier muss man sicherlich verschiedene Diagnosegruppen unterscheiden. Leichte Anpassungsstörungen mit depressiver Verstimmung, die gut in der Schwangerschaft therapiert wurden, können in der Folge symptomlos bleiben. Schwere Depressionen, Angsterkrankungen und Psychosen müssen auf jeden Fall nachbetreut werden, da hier ein Rückfallrisiko gegeben ist. Oft ist auch noch keine wirkliche Stabilität erreicht worden.

Frauen mit Persönlichkeitsstörungen brauchen sehr häufig lange Begleitung. Wir betreuen alle Frauen, die wir in der Schwangerschaft behandelt haben, auch postpartal weiter.

Wie würden Sie die Situation in Österreich beurteilen ? Gibt es genügend Einrichtungen für psychisch kranke Schwangere und junge Mütter?

Die Situation in Österreich ist dzt. noch sehr unbefriedigend. Nach wie vor gibt es nur eine psychiatrische Abteilung (Waidhofen an der Thaya), die sich auf die Behandlung von Mutter und Kind spezialisiert hat. In Wien gibt es im extramuralen niederschwelligen Bereich viele Betreuungsmöglichkeiten (Eltern-Kindzentren etc.). Als spezialisierte psychiatrische Einrichtungen gibt es nur unsere Ambulanz. Wir arbeiten sehr vernetzt mit der Säuglingspsychosomatik des Wilheminenspitals und anderen Einrichtungen zusammen.

Ich bedanke mich sehr herzlich für dieses sehr umfangreiche und informative Gespräch!
 


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Rauchen in der Schwangerschaft – Was können wir tun?
Die meisten Schwangeren möchten von der Zigarette loskommen. Mag.a Maria Bernhart und Mag.a Julia Kastenhuber beide Klinische und Gesundheitspsychologin im Frauengesundheitszentrum F.E.M. geben Anregungen, wie es glücken kann.

Eine Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt eines Kindes sind oftmals der Anlass für Raucherinnen, ihren lang gehegten Plan, nämlich mit dem Rauchen aufzuhören, in die Tat umzusetzen. Sicherlich ein sehr guter Zeitpunkt – denn abgesehen von der Gefährlichkeit für die Frau selbst stellt das Rauchen (und auch Passivrauchen) ein  ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für das ungeborene Kind dar.
        

Warum ist Rauchen (auch Passivrauchen) so schädlich für die Mutter und besonders ihr ungeborenes Kind?

  • Mit dem Inhalieren des Zigarettenrauchs nimmt die werdende Mutter ein Atemgift, nämlich Kohlenmonoxid auf. Dieses gelangt ins Blut und blockiert das für den Sauerstofftransport zuständige Hämoglobin. Sauerstoffmangel im gesamten Körper der Frau und eine Sauerstoffunterversorgung des Embryo/Fetus und all seiner Organe sind die schwerwiegenden Folgen.

  • Durch verschiedene Inhaltsstoffe des Rauchs können das Nervensystem und der Kreislauf des ungeborenen Kindes geschädigt werden.

  • Zigarettenrauch enthält mehr als 3000 toxische Substanzen, deren schädigende Wirkungen teilweise noch unzureichend bekannt sind (neben Kohlenmonoxid und Nikotin z.B. auch Teer, Blausäure, Metalle…).

Warum greifen Frauen (so auch Schwangere) trotz der Gesundheitsrisiken zur Zigarette?

Die Antwort auf diese Frage ist kurz: Nikotin macht körperlich und psychisch abhängig! Mit dem Konsum von Zigaretten und der Zufuhr von Nikotin werden angenehme Effekte erreicht: je nach psychischer und physiologischer Ausgangslage der Raucherin wird die Wirkung von Nikotin als aktivierend oder entspannend, stimmungsverbessernd, positiv für Konzentration und Aufmerksamkeit, auf jeden Fall als Belohnung und befriedigend erlebt.

Die beschriebene angenehme Wirkung entsteht bereits 7 Sekunden nach  dem Inhalieren von Nikotin. Sobald aber die Konzentration im Blut sinkt, erlebt dies die Raucherin vorerst als starken Wunsch nach einer neuen Zigarette und einem „Nikotinnachschub“, später als großen Drang.

Wird weiterhin kein Nikotin zugeführt, kommt es zu Entzugserscheinungen, die aufgrund der Gewöhnung der Frau an die Substanz entstanden sind und sich als Ärger, Aggressivität oder Unruhe äußern. Die Entzugserscheinungen können nur durch erneutes Rauchen von Zigaretten beseitigt werden. Auf diese Weise ist eine Abhängigkeit entstanden.


 

Weniger Risiken, wenn die Schwangere aufhört zu rauchen:

Beendet eine werdende Mutter ihr RaucherInnendasein bzw. setzt sie das Neugeborene keinem Zigarettenrauch aus (Passivrauchen), so trägt sie wesentlich dazu bei, Gesundheitsrisiken für das Baby vor, während und auch nach der Geburt zu reduzieren.

  • Das Risiko einer Frühgeburt oder Fehlgeburt kann erheblich reduziert werden, wenn die Schwangere den Tabakkonsum beendet.

  • Die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes ist bei Nichtraucherinnen geringer.

  • Die Chance ein normalgewichtiges Baby zur Welt zubringen erhöht sich, wenn die Mutter Nichtraucherin ist.

  • Ist eine Schwangere Nichtraucherin, so reduziert sich die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung und des frühzeitigen Ablösens der Plazenta.

  •  Auch die Wahrscheinlichkeit frühzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs kann gesenkt werden, sofern die werdende Mutter nicht raucht.

  • Die Neigung von Kindern zu chronischen Atemwegserkrankungen, Infektionen der Atemwege, Mittelohrentzündungen und Allergien ist geringer, wenn werdende Mütter nicht rauchen oder Mütter ihre Babys nach der Geburt nicht Zigarettenrauch aussetzen.

  • Kinder von Nichtraucherinnen sind seltener hyperaktiv und weisen seltener Aufmerksamkeitsprobleme und Lernschwächen auf.
     

Vorteile für die werdende Mutter selbst, wenn sie auf das Rauchen verzichtet

Sieht man von erheblichen langfristigen Vorteilen (NichtrauerInnen leben länger, geringeres Risiko für Herz -und Lungenerkrankungen!) ab, so haben NichtraucherInnen unkompliziertere Schwangerschaften, weniger Husten und Erkältungen, können freier atmen und fühlen sich insgesamt vitaler!

Der richtige Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören, ist jetzt!

Viele Schwangere glauben und benutzen es als Ausrede, dass ein plötzliches Aufhören mit dem Rauchen schlecht für das Baby sei und bei ihm zu Entzugserscheinungen führe. Diese Geschichte ist nicht richtig! Optimal wäre es natürlich, den Tabakkonsum schon vor einer geplanten Schwangerschaft zu beenden. Doch selbst wenn die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist, ist ein Rauchverzicht noch nicht zu spät. Komplikationsrisiken können zu jedem Zeitpunkt verringert werden.


Wie kann es am leichtesten fallen, mit dem Rauchen aufzuhören?

  • Zu aller erst ist es wichtig herauszufinden, was die Schwangere dazu bringt zur Zigarette zu greifen. Was ist die Zigarette für sie (Entspannung, Zeitvertreib, Essensersatz, Pause, Freundin….) und wie kann sie sich diese Bedürfnisse sonst noch erfüllen?

  • Eine Motivation aufzuhören suchen: eine große Motivation ist auf jeden Fall die Tatsache, dass ein Kind erwartet wird und dieses dadurch geschützt wird (siehe Risikofaktoren). Weiters motivieren können die Tatsachen, dass es leichter fällt durchzuatmen, das Stufensteigen leichter fällt, die Haut rosiger wird, sie nicht mehr ständig husten muss, sich der Geschmacks- und Geruchssinn verbessert, das Bindegewebe und die Haut besser durchblutet und somit straffer werden, sie sich Geld spart, dass sie auch für andere Dinge verwenden kann (Babyutensilien, Babysitter,  Urlaub, das erste Nicht-Umstandskleid nach der Geburt…)

  • Gemeinsam geht´s leichter! Falls der werdende Vater auch raucht: zu zweit kann man sich gegenseitig motivieren, es wird viel einfacher das Rauchen aufzugeben!

  • Zum richtigen Vorbereiten des Aufhörtages zählen das Wegräumen aller Utensilien, die ans Rauchen erinnern, also Aschenbecher, Feuerzeuge…. Diese Maßnahme gibt der neuen Nichtraucherin die Chance, zwischen der Gier auf die Zigarette und dem Griff danach noch mal nachzudenken, ob sie wirklich rauchen möchte. Weiters ist es sinnvoll die Vorhänge zu waschen, die Möbel vom Nikotingeruch zu befreien, den Raum vielleicht mit einem Duftöl aufzufrischen.

  • Vorerst vermeiden von typischen Rauchsituationen!

  • Es ist empfehlenswert in den ersten Wochen ein Tagebuch zu führen. Hier kann die Schwangere Situationen niederschreiben, in denen sie der Versuchung widerstanden hat und so den Erfolg für sich verbuchen konnte.

  • Wichtig ist auch Notprogramme für eventuelle Rückfälle zu entwickeln!

  • Belohnungen sind erlaubt! Möglich ist eine Belohungsliste aufzusetzen. Nach jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat darf sich die Schwangere dafür belohnen, dass sie nicht zur Zigarette gegriffen hat (ein feines Abendessen, Theater- oder Konzertbesuch, einen Entspannungstag einlegen, Freunde zu einem geselligen Abend einladen, einen Wochenendausflug machen…)
     

Was kann der Schwangeren tagtäglich helfen, nicht zur Zigarette zu greifen?

  • Paprika in zigarettengroße Streifen schneiden und knabbern. Sie enthalten auch viel Vitamin C, das der Körper in der Schwangerschaft gut gebrauchen kann.

  • Viel Kräutertee, Wasser, verdünnte Fruchtsäfte trinken

  • Zuckerfreie Kaugummis kauen

  • Zuckerfreie Zitronen- oder Pfefferminzzuckerl lutschen

  • Sich Ablenken durch Lesen, Musik, eine Freundin anrufen oder treffen, Fernsehen… (der Gusto dauert oft nur ein paar Sekunden)
     

Anlaufstellen:

Frauengesundheitszentrum FEM Department Semmelweis Frauenklinik, Krankenanstalt Rudolfstiftung
1180 Wien, Bastiengasse 36-38, Tel: 01/47615 - 5771, www.fem.at

Frauengesundheitszentrum FEM Süd Sozialmedizinisches Zentrum Süd,
Kaiser Franz Josef Spital
1100 Wien, Kundratstraße 3,
Tel: 01/60191 – 5201, www.fem.at

Nikotininstitut Wien
1050 Wien, Rechte Wienzeile 81/1 
Tel: 0664/9113555 nicotininstitute@chello.at

Büchertipps:

• Allen Carr, Endlich Nichtraucher – für Frauen, Verlag: Mosaik bei Goldmann, 2003, ISBN 3-442-16542-3
• Broschüre: Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft vom Wiener Programm für Frauengesundheit, Fonds
Soziales Wien (Abb. S. 7). Bestellung unter: 01/4000 66 100

 

 

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