PRAKTISCHE GEBURTSHILFE

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PRAKTISCHE GEBURTSHILFE

Mit Geburtshilflichen Operationen

Joachim Dudenhausen (Hg.), Berlin 2011, De Gruyter, 474 Seiten, ISBN 3110228688, € 102,80

 

Letztes Jahr ging die Auflage der „Praktischen Geburtshilfe“ in die 21. Runde. Bereits 1947 vom Gynäkolo- gen Willibald Pschy- rembel verfasst, gilt dieses Lehrbuch zu Recht als Klassiker der geburtshilflichen Literatur. Seit seinem ersten Erscheinen wurde es kontinuierlich überarbeitet und liegt nun in der aktuellen Fassung von Joachim Dudenhausen vor.

Für Hebammen auffällig: Dudenhausen thematisiert bereits im Vorwort mehrfach, dass sich das Buch an Geburtsmediziner richtet und Hilfe für die praktische Tätigkeit in der Geburtsmedizin leisten will. So verwundert es nicht, dass das Buch mancherorts als zu pathologielastig kritisiert wird. Dass sich der Kauf dennoch für Hebammen lohnt, liegt vor allem daran, dass das Buch als umfassendes geburtsmedizinisches Nachschlagewerk eine sinnvolle Ergänzung für die Hebammen-Bibliothek darstellt. Didaktisch gut aufbreitet und reich bebildert, spannt es einen weiten Bogen von der Nidation bis zum Neugeborenen und liefert zuverlässiges medizinisches Hintergrundwissen und praktische Handreichungen.

Zum Inhalt: Ausgehend von der Physiologie des Körpers widmet sich die „Praktische Geburtshilfe“ in den darauf aufbauenden Kapiteln der Schwangerschaftsdiagnose, -betreuung und -pathologien. Anschließend werden sowohl die normale als auch die pathologische Geburt thematisiert, geburtshilfliche Operationen sowie Blutungen während Schwangerschaft und Geburt erläutert und dem normalen wie pathologischen Wochenbett und dem Kind nach der Geburt Platz eingeräumt.

Letztlich bleibt zu diskutieren, ob unter den aktuellen Bedingungen einem Kapitel über zerstückelnde Operationen am lebenden Kind beinahe dreimal so viel Platz eingeräumt werden muss, wie der drängenden Herausforderung der Beratung Schwangerer zu den vielfältigen Möglichkeiten der Pränataldiagnostik.

Dennoch: Leseempfehlung!

Mag. Beatrix Habusta