VOLKSKRANKHEIT HARNINKONTINENZ

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VOLKSKRANKHEIT HARNINKONTINENZ
Das Selbsthilfe-Buch. Mit Übungs-CD Stefan Corvin & Hauke Hammerl, Mankau Verlag 2010,
€ 18,50, 173 S., ISBN 978-3- 938396-42-1

In Österreich leiden 850.000, in Deutsch- land mehr als fünf Millionen Frauen an Harninkontinenz. Unter ihnen sind auch viele junge Mütter. Somit werden auch Hebammen immer wieder mit von Inkontinenz betroffenen Frauen konfrontiert. Um ihnen im späten Wochenbett oder in Rückbildungsgruppen Informationen in die Hand geben zu können, das eigene Wissen zu erweitern und sie gegebenenfalls an ExpertInnen weiterzuleiten, kommt dieses handliche Buch gelegen. Es wurde von zwei Ärzten verfasst, die ein Fachzentrum für Urologie führen (und die sich zumindest auf den Fotos unglaublich ähnlich sehen). Sie vermitteln Basiswissen über Anatomie und Physiologie von Urogenitalsystem und Beckenboden bei Frau und Mann sowie über Diagnostik, Ursachen, Formen und Therapie der Blasenschwäche. Aufschlussreich sind Theorien zu den Ursachen wie die „Trampolinfunktion“ der Vaginavorderwand und die Bedeutung der Bindegewebsstrukturen nach Petros und Ulmsten (S. 48ff). Auch ein Miktionstagebuch und ein Selbsttest der International Cosultant on Incontinence sind enthalten. Des Weiteren werden sowohl operative als auch konservative, nicht-invasive Behandlungsmöglichkeiten beschrieben. Neben Biofeedback, Elektrostimulation, allopathischen, homöopathischen und Naturheil- mitteln, Ernährungstipps, Akupunktur, Beckenbodentraining mit Vaginalkonen oder Toilettentraining wird ein Übungsangebot vorgestellt, in einer Version für Eilige und einer etwas ausführlicheren. Dieses wurde auch auf eine Audio-CD aufgenommen, auf der eine angenehme Stimme mit Musikuntermalung die Übungen langsam anleitet. Das Buch bietet einen guten Überblick über Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. Leider gibt es keine Literaturangaben zu den erwähnten Daten oder zu operativen und medikamentösen Maßnahmen und deren Langzeitwirkungen.

Dorothea Rüb